Safety – Security

Safety / Security

Die Sicherheit der Bürger hat oberste Priorität

Zum Schutz moderner demokratischer Gesellschaften und ihrer notwendigen Infrastrukturen vor Terrorismus, Sabotage, organisierter Kriminalität sowie den Folgen von Naturkatastrophen oder Unfällen müssen neue Sicherheitslösungen zur Gefahrenabwehr und zum Schutz wichtiger Infrastrukturen und Warenketten entwickelt werden. Um über bestimmte Entscheidungs- und Handlungsoptionen verfügen zu können, erfordert dies auch den gesicherten Zugang zu weltraumgestützten Technologien. Neben dem Schutz vor Gefahren und der Schaffung sicherer Bedingungen bieten sicherheitstechnische Produkte und Dienstleistungen große Chancen, ein spezifisches deutsches Kompetenzprofil zu entwickeln und Deutschland zu  einem Leitmarkt für Sicherheitstechnologie zu machen.

Sicherheitstechnologien: Herausforderungen und Ziele

Extremistische Anschläge und organisierte Kriminalität, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, politische Konflikte und der Zusammenbruch von Staaten stellen für Deutschland ein großes Gefahrenpotenzial dar. Deutschlands hocheffiziente Infrastrukturen  sind vernetzt und technisiert – und damit auch sensibel und verwundbar.  Ziel muss es sein, hier für ein Höchstmaß an Sicherheit zu   sorgen. Entsprechende Vorkehrungen sollen beispielsweise verhindern,  dass jemand Gefahrenstoffe in das Land einschleust oder Lebensmittel und Trinkwasser mit gesundheitsgefährdenden Substanzen verunreinigt werden. Es gilt, Umweltkatastrophen oder Unfällen von besonderem Ausmaß vorzubeugen bzw. die Schäden zu begrenzen. Sicheres Reisen in Flugzeug oder Bahn soll zur Selbstverständlichkeit werden.

sicherheitZiel des deutschen Sicherheitsforschungsprogramms ist, durch die Entwicklung innovativer Lösungen die zivile Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen. Das Sicherheitsforschungsprogramm ist kein reines Technologieprogramm. Innovation meint nicht nur technische Neuerungen,  sondern beinhaltet auch innovative organisatorische Konzepte und Handlungsstrategien. Interdisziplinäre Projekte, Wissenstransfer in die Öffentlichkeit, Begleitforschung zu kritischen Fragen und Transparenz sind in der Sicherheitsforschung Voraussetzungen für den Programmerfolg.

Zivile Sicherheitsforschung: Doppelter Nutzen

Neben dem Schutz der Gesellschaft vor Gefahren stärken sicherheitstechnische Produkte und Dienstleistungen die Wirtschaft. Der Markt für Sicherheitsprodukte und -dienstleistungen mit einem globalen Volumen von ca. 100 Mrd. Euro im Jahr 2008 wächst laut Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) jährlich um fünf bis sieben Prozent. Auf den europäischen Wirtschaftsraum entfallen ca. 30 Prozent des Gesamtvolumens. Damit bieten Sicherheitstechnologien internationale Wettbewerbsvorteile und einen echten Leitmarkt.

Die Nachfrage nach sicherheitsrelevanten Produkten und Dienstleistungen schafft        Arbeitsplätze und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Neuer programmatischer Ansatz

Die Sicherheitsrisiken haben sich gewandelt: Versorgungsnetze als Lebensnerven der Gesellschaft können trotz robuster Technik schon durch kleine Störungen ausfallen, die globale Mobilität erleichtert die Verbreitung von Gefahren. Aber auch Großveranstaltungen können zur sicherheitstechnischen Herausforderung werden, kriminell motivierte Gruppen erheblichen Schaden anrichten. Was kann die Forschung tun, um Katastrophen zu verhindern? Wie kann die Sicherheit der Bürgerinnen und        Bürger verbessert werden? Diesen Fragen widmet sich die Sicherheitsforschung in der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

Die Themenvielfalt der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlichten Förderbekanntmachungen im Programm “Forschung für die zivile Sicherheit” ist beeindruckend. Im Rahmen der “Szenarien-orientierten Sicherheitsforschung” wurden die Themen “Schutz von Verkehrsinfrastrukturen”, “Schutz und Rettung von Menschen”, “Schutz  vor Ausfall von Versorgungsinfrastrukturen” und “Sicherung der  Warenketten” adressiert. Bei den “Technologieverbünde” wurden die Themen “Detektionssysteme für chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosive Gefahrstoffe (CBRNE-Gefahren)”, “Integrierte Schutzsysteme für Rettungs- und Sicherheitskräfte”, “Mustererkennung” und “Biometrie”  ausgeschrieben. Schließlich war eine weitere Bekanntmachung im        Themenfeld “Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung” angesiedelt. In diesem Kontext interessieren disziplinübergreifende Fragestellungen nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen,        Einbettungen und möglichen Konsequenzen innovativer Sicherheitslösungen.